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Wenn ich Albert Einstein wäre

Wenn ich Albert Einstein wäre, wäre ich neugierig!

Ich würde den Menschen sagen:

"Stellt mehr Fragen!"

Neugier beginnt immer mit einer Frage. Antworten klären auf, erhellen und regen an.
Die Menschen, die viel fragen, sind naturgemäß auch die Menschen, die viel zuhören.
Zuhörer wissen mehr als andere Menschen.
Die meisten Menschen sind gerne mit Zuhörern zusammen. Manchmal merkt man es erst, wenn der Zuhörer weg ist. Zuhörer tun gut und bringen einen weiter.
Wir brauchen soviel Zuhörer wie möglich auf dieser Welt!
Doch zum Zuhörer wird man erst, wenn Fragen und Hinterfragen zum Lebensstil gehört.
Deshalb müssen wir das Fragen schon im Kindesalter fördern, herausfordern, verstärken.
Albert Einsteins Ausspruch "Ich habe keine besondere Begabung, ich bin nur leidenschaftlich neugierig!" ist heute weltweit bekannt.
Die Menschen sollten sich mehr interessieren – füreinander, für die Natur, für Ursachen und Zusammenhänge.
Nur fragenden Menschen kann geantwortet werden!

Wenn ich Albert Einstein wäre, wäre ich mitfühlend

Ich würde den Menschen sagen:

"Was Du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andren zu!"

Dieser Satz sollte in den Klassenzimmern hängen und als Grundregel für alle Schüler und Lehrer vereinbart werden.
Im Kindergarten sollte er zum Standart-Abzählreim werden und zur pädagogischen Grundhaltung aller Erziehenden gehören.
Die ältere Generation unter uns kennt diesen Satz fast noch wörtlich.
Schade, dass im Laufe der Jahre der Volksmund verloren geht, der uns mit viel Weisheit Mitmenschlichkeit, Wertschätzung, Trost und ein gesundes Maß an Selbstverantwortung gelehrt hat.
Wenn dieser Satz unseren Kindern verbindlich und selbstverständlich mit ins Leben gegeben und vorgelebt würde, sähe die Welt schon in einer Generation anders aus.
Viel mehr Menschen würden die Individualität und Selbstverantwortung ihres Kindes, ihres Partners, ihrer Eltern, ihrer Kollegen und ihrer Nachbarn akzeptieren und wertschätzen.
Viel mehr Menschen würden versuchen, ihr Verhalten mit den Augen eines anderen zu betrachten.
Viel mehr Menschen würden mit anderen Lebewesen mitfühlen und viel Leid würde erspart werden.

Wenn ich Albert Einstein wäre, wäre ich kreativ!

Ich würde den Menschen sagen:

"Wenn ihr etwas gerne macht, macht es so oft und so gut wie möglich!"

In jedem Menschen stecken Kreativität und Talente. Nur ein Teil der Menschen schafft es, das Ventil zu finden, durch das beides gleichzeitig herausströmen kann.
Musik, bildnerisches Gestalten und darstellendes Spiel sollten Unterrichtsfächer sein, die unter keinen Umständen ausfallen dürfen.
In diesen Bereich muss ebensoviel investiert werden, wie z.B. in die Ganztagsbetreuung.
Der Unterricht muss so gestaltet werden, dass er Kräfte weckt und Spaß macht, ohne Leistungsdruck und Einengung.
Nur kreative Menschen werden es in den nächsten Generationen schaffen, den vielfältigen Herausforderungen, die die Zukunft an uns stellt, offen, flexibel und innovativ zu begegnen.
Kreativität ist der Stein, der jede Problemlösung ins Rollen bringt!

Wenn ich Albert Einstein wäre, wäre ich intelligen

Ich würde den Menschen sagen:

"Schafft Bildungschancen für alle und fördert die Intelligenz!"

Denn ich würde mich selbst gerne mit intelligenten Menschen umgeben.
Bildung beginnt im Elternhaus.
Auch nichtgebildete Eltern haben sehr gute Möglichkeiten intelligente Kinder zu erziehen.
Dazu gehört nicht weniger, als ehrlich zu seinen Fehlern zu stehen und sich zu bemühen, sie wieder auszugleichen.
Das meinte Einstein bestimmt, als er sagte: "Es gibt keine vernünftigere Erziehung, als Vorbild zu sein. Wenn es nicht anders geht, auch ein abschreckendes".

Bildung geht weiter in der Kita.

In jeder Kindertageseinrichtung kann das gleiche Phänomen beobachtet werden: Je anspruchsvoller das Bildungsangebot für die Kinder ist, desto seltener treten Konflikte oder aggressives Verhalten auf.
Vorschulkinder saugen Wissen auf wie Schwämme. Es ist pädagogische Pflicht, den Kindern soviel Input zu geben, wie sie es einfordern und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass Lernen ungeheuer Spaß macht. Alles andere grenzt an unterlassene Hilfeleistung!

Bildung geht weiter in der Schule.

Alle Kinder auf dieser Welt haben ein Recht auf Bildung. Wer in den Frieden investieren will (und sei es nur aus wirtschaftlichem Interesse) ist gut beraten, auf Bildungssysteme jeder Art zu setzen.
Es wird dabei auch die Menge ungenutzter Intelligenz verringert, die sich – von der ganzen Welt unbeachtet – ganz schleichend in ungeheure Aggressivität umwandeln kann. Die Auswirkungen zeigen sich erschreckend in demolierten Telefonzellen und schrecklich in Glaubenskriegen.
Fördert Hochbegabte! Sie leben in großer Zahl unter uns!
Unterforderte Menschen reagieren Auf ihre Umwelt ebenso aggressiv, wie überforderte. Ganz klar, weil sie nicht entwicklungsgemäß behandelt werden. Sie hinterfragen das System und nehmen es auseinander, wenn sie nicht auf die Bereitschaft treffen, es zu verbessern.
Lernt, die Anzeichen von Unterforderung zu erkennen und lernt, damit umzugehen.

Wenn ich Albert Einstein wäre, wäre ich humorvoll!

Ich würde den Menschen sagen:

"In der neugierempathischen Kreativintelligenz liegt die Zukunft!"

Das hört sich so angemessen wichtig an, dass man vielleicht über meine Erklärungen nachdenken würde.
Denn immerhin hätte es ja Albert Einstein gesagt …

Ein Artikel von:

Manuela Rodner
Leiterin der städt. Kita Einstein in Recklinghausen

Mit diesem Artikel gewann Manuela Rodner 2005 den "Einstein-Wettbewerb" von "Aktiv-für-Kinder" mit der Frage "was würde ich der Öffentlichkeit sagen, wenn ich Einstein wäre?"

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