Entwicklungs-beobachtung und Begleitung

In allen Bundesländern in Deutschland wurden Bildungspläne und Bildungsvereinbarungen verabschiedet. Die Beobachtung und Dokumentation kindlicher Bildungs- und Entwicklungsprozesse sind mittlerweile wichtige Werkzeuge für pädagogische Handlungsansätze.

In der Vorschulpädagogik wird zur Zeit überall vorausgesetzt und anerkannt, dass Kinder gleicher Altersstufen sich unterschiedlich schnell entwickeln, dass sich ihre „Entwicklungsfenster“ in den verschiedenen Bereichen in ganz individuellen Phasen öffnen und dass es sinnlos oder sogar kontraproduktiv sein kann, ihnen Lerninhalte oder Aktivitäten anzubieten, die sie gerade nicht adäquat verarbeiten können.

Die effektive Begleitung und Unterstützung von Lernprozessen setzt demnach voraus, dass Erzieherinnen die Interessen, Interaktionen und Kompetenzen der Kinder angemessen verstehen, um das pädagogische Handeln darauf abzustimmen.

Ein differenziertes Beobachtungssystem, dass jedes einzelne Kind in den Blick nimmt, bereichert die Arbeit in unserer Kindertageseinrichtungen deshalb in vielfältiger Weise.

Kuno Bellers Entwicklungstabelle

Die systematische Anwendung dieses Beobachtungsverfahrens, das wir für Kinder bis zum 3. Lebensjahr anwenden, ermöglicht die grafische Darstellung der Kompetenzen der Kinder in den 8 Bereichen Selbständigkeit und Körperpflege, Umgebungsbewusstsein, Sozial-emotionale Entwicklung, Spieltätigkeit, Sprache, kognitive Entwicklung, Grobmotorik und Feinmotorik.

Durch die nach der Auswertung erstellten individuellen Förderpläne lässt sich der Verlauf der Entwicklung verdeutlichen, Entwicklungsrückstände gezielt aufgreifen und die Effizienz erprobter Maßnahmen messen.

Bielefelder Screening / HLL

Im letzten Kindergartenjahr nehmen alle Kinder im November an dem Präventionsprogramm Bielefelder Screening teil, das einer potentiellen Lese- und Rechtschreibschwäche im Vorschulalter vorbeugen kann. Wenn es soweit ist, bekommen Sie von uns ein entsprechendes Informationsschreiben ausgehändigt, auf dem sie mit ihrer Unterschrift die Durchführung dieser Test- und Fördermaßnahme genehmigen.

Mit dem Trainingsprogramm "Hören, Lauschen, Lernen", das zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache durchgeführt wird, versuchen wir, im oben genannten Testverfahren festgestellte Defizite bei den Risikokindern auszugleichen. Sie nehmen dann 20 Wochen lang täglich 10 - 15 Minuten an diesem Programm teil. Nach 20 Wochen werden die Kinder nochmals getestet, das Ergebnis dokumentiert und Ihnen mitgeteilt.

Erzieherfragebogen U7 / U8 / U9

Wir verstehen unsere Kindertageseinrichtung als Teil eines Frühwarn- und Präventionssystems.

Aus diesem Grund arbeiten wir, wie alle städtischen Kitas in Recklinghausen, in einem Verbundsystem mit den örtlichen Kinderärzten (Initiative Seelisch gesundes Kind Recklinghausen) zusammen.

Die ErzieherInnen füllen für die Ärzte, jeweils vor der U7, U8 oder der U9 Untersuchung, einen Beobachtungsbogen aus, der den Entwicklungsstand des Kindes in den für den Arzt interessanten Bereichen beschreibt. Über Sie als Eltern wird dieser Bogen an den Arzt weitergegeben und ggf. mit entsprechenden Hinweisen wieder an uns zurückgeleitet. Es soll damit eine qualifizierte Planung von potentiellen Hilfsmaßnahmen ermöglicht werden.

Portfolioarbeit

Die individuelle Wahrnehmung des Kindes, seine Ideen, Werke, Vorstellungen und neuesten Entwicklungen werden in einem eigenen persönlichen Ordner, dem sogenannten „Portfolio“ festgehalten.

Die Portfolios sind quasi die Dokumentation für die Lern- und Erlebniswelt Ihres Kindes in der Kita.

Inhalte der Ordner können z.B. gemalte Bilder sein, die von den Kindern kommentiert und von den Erwachsenen beschriftet werden, Fotos von prägnanten Situationen, von seinen Freunden, von Ausflügen oder Lernprozessen. Oder diktierte Texte, Wunschzettel oder Briefe (Kopien), Urkunden, Postkarten, Handabdrücke, witzige Sprüche, Lieblingslieder, der erste Kopffüßler, aufwendige Mandelas, besondere Kreativtechniken und vieles, vieles mehr.

Gemeinsam mit den Erwachsenen haben die Kinder morgens in der Zeit zwischen 8.00 und 10.00 Uhr und nachmittags ab 13.30 Uhr Zeit, sich mit ihren Portfolios zu beschäftigen. Das Kind bekommt dabei persönliche Aufmerksamkeit und oft auch intensivere Gelegenheit zum direkten Dialog mit dem/der ErzieherIn.

Entwicklungsdokumentation

Die Fähigkeiten und Fertigkeiten jeden Kindes werden mit Hilfe des Gelsenkirchener Entwicklungsbegleiters dokumentiert.

Die Kompetenzbereiche „Sprache“, „Soziale Kompetenzen“, Kognitive Entwicklung“, „Feinmotorik“ und „Grobmotorik“ werden anhand differenzierter Beobachtungskriterien eingeschätzt und farblich graphisch festgehalten. Diese Dokumentation ermöglicht einen übersichtlichen Eindruck der individuellen Entwicklungsverläufe des Kindes.

Einmal jährlich findet ein Entwicklungsgespräch mit jeder Familie statt. Der Entwicklungsbegleiter wird hinzugezogen und gemeinsam mit Ihnen werden Zielvereinbarungen und Fördermaßnahmen mit Blick auf Entwicklungsbedarf und Ausprägung von Stärken besprochen. Der/die für das Kind zuständige MitarbeiterIn füllt vor dem Gespräch die entsprechenden Spalten aktuell aus. Mindestens ein/e weitere/r ErzieherIn bestätigt die gemachten Angaben aus seiner/ihrer Sicht.

Entsprechend der Ausprägung in den einzelnen Spalten der Dokumentation werden auf einem separaten Dokumentationsbogen 5 Ampeln angekreuzt (rot/gelb/grün). Die letzte Dokumentation findet auf Wunsch der Grundschulen vor dem Einschulungsgespräch in den Schulen statt. Darin werden neben der aktuellen Entwicklungseinschätzung beliebte Aktivitäten sowie Stärken, Talente oder Lernstrategien des Kindes erwähnt.

Zu diesem Termin geben wir Ihnen den letzten Entwicklungsbogen als sogenanntes Übergabedokument mit. Sie als Eltern entscheiden, ob sie ihn weiterreichen.

SISMIK

Der sprachbezogenes Beobachtungsbogen SISMIK (Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkinder im Kindergarten) von M. Ulrich und T. Mayr wird konzeptionell als Beobachtungsinstrument besonders für Kinder mit Migrationshintergrund eingesetzt.

Beobachtet und dokumentiert werden das kindliche Interesse an Sprache und an Situationen, in denen Sprache motiviert eingesetzt wird, das Verstehen sprachlicher Zusammenhänge, Satzbau, Grammatik, Artikulation sowie der sprachliche Kontext in der Kita und in der Familie. Im November und Juli nehmen alle betreffenden Kinder an gezielten Sprachstandsmessungen teil. Der dazugehörige Beobachtungsbogen wird zusammen von den darin geschulten Mitarbeiterinnen und den GruppenerzieherInnen ausgefüllt.

Dazwischen findet ein wöchentliches Förderprogramm mit aufeinander aufbauenden Spieleinheiten statt, das den Spaß an der Sprache und die Erweiterung des Wortschatzes ebenso zum Ziel hat, wie die Lernchancen der Kinder in der Einrichtung zu optimieren.

Datenschutz

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Letzte Änderung am 06.11.2018

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