Gruppenübergreifende Arbeit

Seit Anfang 2004 haben wir unser pädagogisches Konzept, unsere Tagesgestaltung, die Raumnutzung und den Personaleinsatz auf die gruppenübergreifende Arbeit im Kindergarten umgestellt und machen seitdem – wie geplant, erwartet und erhofft – in allen Bereichen gute Erfahrungen damit.

Ein gruppenübergreifendes Konzept bedeutet, dass die Kinder zwei Stunden vormittags und zwei Stunden nachmittags die Möglichkeit haben, fast alle Räume der Einrichtung nach ihren Interessen zu nutzen. Die verbleibende Zeit verbringen sie in ihrer Gruppengemeinschaft, in ihren Gruppenräumen oder draußen an der frischen Luft.

In jedem Gruppenraum, in jedem Gruppennebenraum und in den großen Flurbereichen finden sie Aktionsschwerpunkte vor, die größer und materiell besser ausgestattet sein können, als dies früher in der begrenzten Raumkapazität eines Gruppenraumes möglich war.

…und die Vorteile für die Kinder!

Die Kinder haben eine größere Auswahl an Spielpartnern im gleichen Alter oder mit den gleichen Spielinteressen.
Neue Freundschaften können entstehen, da man die Kinder der anderen Gruppen nicht nur draußen trifft, sondern auch beim Bauen, Tanzen, Verkleiden, Basteln, Experimentieren oder Musizieren.
Bestehende Freundschaften können sich vertiefen, wenn man gemeinsam loszieht und schöne Erfahrungen macht, von denen man später gemeinsam erzählen kann.

Die Kinder finden größere und vielfältiger ausgestattete Spielflächen für ihre Interessen vor.
Wenn ¾ eines Gruppenraumes zum Rollenspiel, Verkleiden, Schminken usw. genutzt werden kann, sieht das selbstverständlich anders aus, als früher in den kleinen Puppenecken in den Gruppen.
Das gleiche gilt für die Mal- und Bastelecken, die Bewegungsräume und alle anderen Aktionsbereiche.

Dadurch, dass alle Räume und Flurbereiche genutzt werden, können wir sogar noch vielfältigere Beschäftigungsangebote machen, als die Gruppenräume es bisher ermöglichen.
So verfügen wir nun über einen großen Experimentier- und Lernbereich, einen Entspannungsraum, ein Musikzimmer und einen Bewegungsraum!

Die Kinder können von den Fähigkeiten und Stärken aller MitarbeiterInnen profitieren.
Einige von uns sind besonders musikalisch, einige sehr sportlich, einige kreativ, einige sehr witzig, einige sehr einfühlsam, einige haben ein großes Sachwissen, einige ein großes Herz,…
Aber alle bleiben wir immer miteinander im Gespräch, halten uns an die gleichen Regeln und Vereinbarungen, verfolgen die gleichen Ziele und begegnen den Kindern mit fachlich und pädagogisch miteinander abgestimmten Erzieherverhalten.

Die Kinder können sich bedürfnisorientierter beschäftigen. Sie sollen ihre individuellen Bedürfnisse weitgehend ausleben können, ohne andere Kinder in ihren Bedürfnissen einzuschränken.

Die einzelnen Bereiche bieten, wie gesagt, mehr Spielanregung und Platz für viele Kinder. Die Puppenecke ist eben nicht mit 4 Kindern überfüllt und Musik kann man machen, wenn man Lust dazu hat. Wem nach Krach und Bewegung zumute ist, findet das entsprechend Angebot ebenso wie Ruhe, Bastelangebote und geistige Anregung.

In den vielen Berufsjahren, die wir alle zusammen nachweisen können, hat sich bei uns oft die Vermutung bestätigt, dass ein hoher Geräuschepegel in einer Gruppe mit 25 Kindern mit unterschiedlichen Spielinteressen oft die Aggressionsbereitschaft erhöht und zu unnötigen Konflikten führt.

Die Kinder finden konzentrierter in ein Spiel, ohne Ablenkung durch andere Bereiche. Der Entspannungsraum dient rein zur Entspannung und sinnlichen Wahrnehmung. Hier ist Krach nicht erlaubt.
Und die Musiker und Tänzer im Musikraum stören nicht mit ihrem Elan die konzentrierten Konstrukteure von Straßennetzen und Zooanlagen auf dem Bauteppich.

Viele Kinder haben bei Schulantritt oft alle motorischen und kognitiven Fähigkeiten ihrer Altersstufe, sind aber nur schwer in der Lage, sich über einen langen Zeitraum auf eine Tätigkeit zu konzentrieren.
Die Reizüberflutung, der sie tagtäglich ausgesetzt sind, trägt erheblich dazu bei und hat uns auch manchmal, in den eigenen Gruppenräumen, „pädagogische Bauchschmerzen“ bereitet. Die Kinder können selbstbestimmter Entscheidungen treffen und den Tagesablauf in Selbstverantwortung mitorganisieren.

Dadurch, dass sie (!) über einen längeren Zeitraum des Vormittags selbst entscheiden können, mit wem sie wo spielen, wann sie einen Spielort wechseln, wie sie wo hinkommen und wie sie ihre Zeit einteilen, gewähren wir ihnen einen hohen „Spielraum“ zur Entfaltung ihrer individuellen Persönlichkeit, ihres Selbstbewusstseins und ihrer Selbstverantwortung! Denken Sie bitte nicht, dass die Kinder noch zu klein dazu sind.

In diesem Alter wird das Fundament für Eigenschaften und Fähigkeiten geschaffen, auf dem sie ihr ganzes Leben lang aufbauen können.
Und außerdem ist es die ideale Vorbereitung auf die Grundschule, an der – auch bedingt durch das Zusammenlegen der ersten Schuljahre – das Lernen in Schwerpunktgruppen immer weiter einziehen wird.

Außerdem verfolgen die MitarbeiterInnen die Aufenthalte ihrer Kinder durch ein differenziertes System der Anwesenheitsdokumentation, das einmal monatlich auf Gruppenebene ausgewertet wird. Kinder, die sich überdurchschnittlich lange oder oft in bestimmten Spielbereichen aufhalten oder bestimmte Bereiche konsequent meiden, bekommen „Spielaufträge“ von ihren Erzieherinnen, die die Förderung und Weiterentwicklung in allen Bildungsbereichen gewährleisten sollen.

Die Kinder haben ausgeglichener ErzieherInnen, die ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken können. Früher waren wir alle immer für alles zuständig. Frühstück zubereiten, Gespräche anregen, trösten, Bastelangebote begleiten, nasse Hosen wechseln, Streit schlichten, beim Puzzle helfen, Farben lernen, einen Zoo bauen, ein Buch vorlesen, eine Beule verarzten, usw. usw. usw.

Selbst wenn wir versuchten, unsere Zuständigkeiten einzuteilen – die Kinder haben dafür kein Verständnis! Wie auch?

Dadurch, dass jede Erzieherin hauptsächlich für einen Bildungsbereich zuständig ist, kann sie ihre Gedanken und ihre eigene Phantasie auf dieses Thema konzentrieren und die sozialen Prozesse und Gesprächsanregungen in einem Rahmen anbieten, der für alle Kinder erlebbar und überschaubar bleibt.

Und dadurch, dass wir alle paar Wochen unsere Einsatzbereiche wechseln, lässt sich immer wieder jemand anderes etwas Besonderes einfallen, um die Kinder für seinen Bereich zu motivieren.

Mehr über die Entwicklung und Umsetzung des Gruppenübergreifenden Konzeptes und der Unterschiede zur traditionell „offenen Arbeit“ können Sie unter dem Link „Fachartikel [157 KB] “ auf unserer Homepage nachlesen!

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Letzte Änderung am 06.11.2018

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